erster eintrag im reiseblog
kontinuierliche symmetrie
fahre durchs flache deutschland.
wäre der dom nicht,
immer derselbe ausblick.
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symmetrie heißt: etwas tun,
und nichts ändert sich.
symmetrie i — die sprünge der rosette
das südfenster im kölner dom. gerhard richter.
sie kennt nur sprünge: 0°
symmetrie ii — das stufenlose land
das flache land kennt keine sprünge: 0 m
kontinuierliche symmetrie.
kontinuierliche symmetrie heißt:
du kannst etwas verschieben,
drehen,
oder in der zeit weitergehen,
und die regeln bleiben dieselben.
und genau daraus folgt
kontinuierliche symmetrien
erzeugen erhaltungsgrößen.
bewiesen von
emmy noether.
1882–1935
vielleicht die bedeutendste mathematikerin
des zwanzigsten jahrhunderts.
lange kämpfte sie mit der symmetrie der geschlechter,
und bekam nie eine ordentliche professur.
sie zeigte
jede kontinuierliche symmetrie
hat ihre eigene
erhaltungsgröße.
heute gilt,
was morgen gilt.
→ energie bleibt erhalten.
hier gilt,
was überall gilt.
→ impuls bleibt erhalten.
jede richtung
gilt gleich.
→ drehimpuls bleibt erhalten.
der zug hat eine stunde verspätung.
jemand meint neben mir: »in deutschland ists auch nicht mehr wie früher.«
wo heute nicht gilt, was gestern galt, bleibt nichts erhalten.
vielleicht die traurigere form von noethers satz